When in Berlin…

…liegen das größte Glück, hier auf diesem schönen Stückchen Welt zu sein, und Hass auf die Stadt mit ihren überfüllten Bürgersteigen, den vielen Touris und dieser gekünstelten „Wir sind ja so independent und anders“-Mentalität ganz nah beieinander. Das musste ich schon 2012 am eigenen Leib erfahren, als ich für ein Praktikum bei Spiegel.TV für drei Monate in die Hauptstadt kam. Damals war Herbst und wer zu der Zeit jemals in Berlin war, weiß ganz genau: Ne, das ist so gar nicht schön. Mit der Zeit verliebte ich mich dann immer mehr in die untergemietete Wohnung in Friedrichshain, Berlins schnoddrig-schönen Charme, dem Späti um die Ecke und den Flohmarkt auf dem Boxhagener Platz – um mich zwischendurch immer wieder zu ENTlieben und mich mit der Stadt zu streiten, wie mit einer Affäre, die zwar aufregend ist, aber einfach nicht so recht zu mir passen will. Hach, Berlin. Ich wünschte unsere Beziehung wäre nicht so ambivalent.

11 Gedanken zwischen Liebe und Hass, die mir in der Hauptstadt jedes Mal kommen:

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Meine kleinen Berliner Glücksmomente:
1. Matcha Latte.
2. Die Husemannstraße.
3. Die Simon-Dach-Straße und Cocktails für 5 Euro.
4. Hach, wie schön grün Berlin doch ist!
6. lebensfrohe, laute Touristen in der Friedrichstraße
7. Boutiquen, die hier noch individuell, in Hamburg schon lange überfüllte Hipster-Läden in der Schanze wären.
8. Im Sommer sieht hier alles wirklich haargenau so schön aus wie in einem Til Schweiger-Film: grüne Bäume, glückliche Patchwork-Familien in Leinenhosen, fröhliche Menschen in Cafés.
9. Menschen gehen – ganz gewagt – auch mal bei rot über nicht befahrene Straßen und stehen nicht nutzlos in der Gegend herum.
10. Die breiten Straßen, auf denen man den Puls der Zeit, Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft so sehr spürt.
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Berlin, du kannst so hässlich sein.

und mein sprudelnder H-A-S-S
1. Matcha Latte…kostet hier inzwischen auch schon 4 Euro. Ich dachte, Berlin sei so günstig?!
2. Die Bahnstation am Alex. Wo ist bitte mein Sagrotan?!
3. Simon-Dach-Straße und Cocktails für 5 Euro.
4. Berlin, du kannst so hässlich sein, so dreckig und grau.
5. Bahn-Mitreisende mit Currywurst und Döner in der Hand
6. gequälte Internationalität auf Speisekarten und bei deutschen Kellner. Warum sprechen hier ganz offensichtlich Deutsche Englisch?!
7. Primark.
8. Ist der Winter hier echt so kalt, oder fühlt sich das nur so an?
9. Auto fahren in Berlin.
10. Im Winter hat man das Gefühl vor einem riesigen grauen Grabstein zu stehen. Ach ne, ist nur die Karl-Marx-Allee.