Vor einem Monat, am letzten Wochenende im Mai, wollten meine Schwester und ich nach Manchester fliegen. Sie hatte mir zu Weihnachten Tickets zur Tour von ‚Take That‘ und ‚All Saints‘ geschenkt, und so hatte ich mich schon gut 5 Monate lang – von Dezember bis Mai – wie verrückt gefreut.

Dann kam der furchtbare Anschlag auf Ariana Grandes Konzert, und auch wenn unser Konzert, das nur 3 Tage später stattfinden sollte, nicht abgesagt worden wäre, wären wir wohl kaum noch geflogen. Dafür war man viel zu betroffen.

Der Anschlag in Manchester ging mir näher, als all das schlimme Zeug, das man sonst so zu hören und sehen bekommt. Vielleicht, weil die Opfer unschuldige Kinder waren, vielleicht, weil es die Halle war, in der ich mich drei Tage später zur gleichen Uhrzeit aufgehalten hätte.

Wie fühlt man sich, wenn man in einer Stadt, in der es auf einem Konzert einen Anschlag gab, dort nur wenige Wochen später ein Konzert besucht?

Um mich kurz zu fassen: Ich glaube, das während meines gesamten Aufenthalts in Manchester – gut 48 Stunden waren es insgesamt – nicht eine Stunde vergangen ist, in der ich nicht irgendwie an das Passierte denken musste. Zu präsent waren die „Manchester“-Plakate an allen Ecken, die Bienen, die Solidarität symbolisieren sollen, die Polizeibewachung um das Rathaus herum und die „Manchester we’re strong“-Gesänge nach dem Konzert (das übrigens gigantisch war!!!). Trotzdem bin ich froh, dass wir dort waren. Nicht nur, weil ich denke, dass man sich nie von Angst leiten lassen sollte und Konfrontation immer noch die beste Therapie ist – auch so hat sich Manchester gelohnt!

Die Stadt ist absolut bezaubernd mit all ihren kleinen, verwinkelten Gassen, die einen unweigerlich an ‚Harry Potter‚ denken lassen, den historischen Gebäuden und dem künstlerischen Flair auf den Straßen (Manchester ist unter Anderem die Heimat der Take That– und Oasis-Mitglieder). Falls ihr mal die Gelegenheit habt, dorthin zu kommen (geht mega günstig mit Ryan Air…), solltet ihr diese Dinge nicht verpassen:

5 Dinge, die ihr in Manchester unbedingt tun solltet

1. Kaffee trinken im ‚Cat Café‘

Wenn es eine… Moment, zwei Sachen gibt, bei der alle Menschen leuchtende Augen bekommen, sind das Katzen und Kaffee. Beides gibt es reichlich im ‚Cat Café‚ in der High Street. Meine Schwester und ich sind rein zufällig auf das Katzen-Café gestoßen, als wir in Richtung ‚Piccadilly Gardens‚ unterwegs waren und dann plötzlich dieses große Schaufenster mit einer schlafenden Katze dahinter seine Aufmerksamkeit auf sich zog. Wie wir dann bemerkten, war die schlafende Katze im Flechtkorb längst nicht die einzige im Laden: Im ‚Cat Café‘ wohnen insgesamt zehn Katzen, die man beim Spielen, Klettern, Fressen und – seien wir mal ehrlich – vor allem beim SCHLAFEN beobachten kann. Soooo süß! Und toll für alle Menschen, die kein eigenes Haustier haben können. Ein kurzer Blick ins Café kostet 1 Pfund die Minute. Ich bezweifle aber sehr, dass jemals schon mal jemand tatsächlich nur so kurz drinnen war- dafür ziehen einen die schlafenden Kätzchen viel zu sehr in ihren Bann. Außerdem lohnt sich ein längerer Besuch auch preislich: eine halbe Stunde kostet 6 Pfund und dafür bekommt man alle Getränke gratis. Win-Win-Situation sozusagen.

Katze müsste man sein.

Katze müsste man sein.

Der Kaffee ist im Eintrittspreis mit enthalten.

Der Kaffee ist im Eintrittspreis mit enthalten.

2. Kunst bestaunen in der ‚Manchester Art Gallery‘

Ich liebe Kunsthallen dafür, dass man darin so schön die Zeit vergisst, neue Impulse bekommt und sich in Bildern komplett verlieren kann. In Hamburg bin ich leider viel zu selten in der Kunsthalle – irgendwie hat man ja doch immer etwas anderes vor. Im Urlaub hat man zum Glück dann endlich genügend Zeit, auch mal die Dinge zu tun, die sonst im Leben zu kurz kommen, deshalb haben wir am Sonntag die ‚Manchester Art Gallery‚ besucht. Der Eintritt ist hier in Manchester kostenlos, sodass man auch wirklich keinen Grund hat, nicht hinzugehen. Am meisten gefesselt haben mich die Bilder von LS Lowry: die comicartigen Zeichnungen, bei denen sich immer ein paar Hunde unter die Figuren geschmuggelt haben. sind unheimlich lebensfroh und erinnern mich ein bisschen an Sempés „kleinen Nick“, der mich als eines meiner Lieblingsbücher durch meine Kindheit begleitet hat. L-O-V-E.

Kunst in der Galerie.

Kunst in der Galerie.

3. Über den Flohmarkt am ‚Crown Square‘ schlendern

Wer etwas anderes als nur Primark und Zara sehen will (,die gibt es in der Innenstadt), sollte sich unbedingt auf dem ‚Crown Square‘ umschauen. Hier eröffnen regelmäßig Popup-Shops und auch sonst lohnt sich der Besuch: Handwerkskunst, Vintage-Kleidung und fancy Essen – hier gibt es so ziemlich alles und das auch noch vergleichsweise günstig.
Stand des so ziemlich nettesten Verkäufers auf dem ganzen Square.

Stand des so ziemlich nettesten Verkäufers auf dem ganzen Square.

4. Harry Potter spielen in der ‚John Rylands Library‘

…wenn man eh schon gerade am ‚Crown Square‘ ist, sollte man auch gleich einen Abstecher in die Bibliothek machen. Das alte Gebäude mit den dicken Holzwänden erinnert an Hogwarts und Harry Potter. Oben gibt es – ebenso sehr Harry Potter-like – uralte, hinter Glas verschanzte Bücher. Unten kann man sich im Shop umschauen; es gibt zahlreiche Ausgaben von ‚Alice im Wunderland‘, Dekokram wie Flamingo-Kugelschreiber und lustige Postkarten. Die Bibliothek hat auch noch einen anderen Vorteil: Wenn es so heiß ist, wie während unseres Kurzurlaubs (ja, auch in Großbritannien sind es manchmal 30 Grad…), kann man sich hier grandios abkühlen.

Die Decke erinnert an Hogwarts.

Die Decke erinnert an Hogwarts.

An heißen Tagen ist es hier angenehm kühl.

An heißen Tagen ist es hier angenehm kühl.

5. Essen im Thaikhun

Ganz in der Nähe des ‚Crown Squares‘ ist Manchesters Ausgehmeile. Uns hat es zum Essen ins ‚Thaikhun‚ die Hardman Street verschlagen. Allein für die Deko aus Vogelkäfigen und mit Blumen geschmückten Fahrrädern lohnt sich der Besuch. Das Essen is absolut fantastisch und es gibt dazu Mojitos in allen Variationen. Ich hatte einen (oder waren es zwei? oder drei?) mit Kokos und Malibu.

Obwohl die Zeit nur kurz war und es sicher genug Menschen gibt, die sich in der Stadt besser auskennen, bin ich mir ziemlich sicher, dass ich für mich persönlich alle wichtigen Highlights von Manchester entdeckt habe. Nächstes Mal bleibe ich trotzdem lieber 84 statt 48 Stunden – einfach um meine Top 5 ein paar Mal mehr durchzugehen. 🙂 Cheers.

Schade, dass man die Deko aus dem 'Thaikhun' nicht einfach mitnehmen kann.

Schade, dass man die Deko aus dem ‚Thaikhun‘ nicht einfach mitnehmen kann.

Zu dem Glasnudel-Salat gab es einen großen Kokos-Mojito.

Zu dem Glasnudel-Salat gab es einen großen Kokos-Mojito.