„Ich denke mir auf dem Crosstrainer immer: ‚Wieder 300 Kalorien verbrannt. Da ist nachher locker noch ein Nachtisch drin‘.“ Das erzählte mir mal eine Freundin nach einem gemeinsamen Besuch im Fitnessstudio. Ich fand das damals als 18-Jährige irgendwie ein bisschen dürftig als Motivation, obwohl das rückblickend ja noch gar nichts war. Danach ist der ganze traurige Kult um den perfekten Körper ja erst so richtig losgegangen, von wegen Supplements, #buildyourbody, Instagram-Accounts, bei denen sich alles nur darum dreht, wie der Po in Form gebracht wurde und #noregrets-Pumpern, die, während sie sich beim Autofahren filmen, erzählen, was sie im „Aufbau“ so essen. Manchmal kommt man da nicht herum sich heimlich zu denken „Was für ein armes, verblödetes Fitnessopfer“: So wirklich nach Spaß sehen die alle nicht aus, außer vielleicht an dem einen Tag, an dem sie sich mal so richtig gehen lassen und ‚cheaten‘ bis die Hose platzt. Weit scheint die Essstörung bei solchen Fitness-Instagrammern nicht zu sein, nur fällt das niemandem auf, weil man alles so schön hinter dem Deckmantel des Körperkults und #healthylifestyle verstecken kann.

Ich finde das schade. Sport ist doch viel mehr, als nur ein Mittel zum Zweck und wer nur, um am Ende ’so-und-so‘ auszusehen, ins Fitnessstudio geht, hat meiner Meinung nach das Wesentliche noch nicht verstanden. Ich bin mittlerweile wirklich froh um jede Sporteinheit, die ich in meinem Leben aus Arbeit, Spaß mit meinen Freunden, Rudi und Co irgendwie unterkriege, weil es für mich eine kleine Auszeit vom Alltag ist. Jeder Lauf macht mich konzentrierter, wacher und glücklicher – und das ist am Ende so viel wichtiger, als die durchtrainierten Beine, die man vom Joggen bekommt.

Hier sind meine Top 5 der Gründe, Sport zu treiben:

1. Sport ist Socialising

Wer kennt sie nicht, diese ätzenden 50-Stunden-Wochen, in denen alles, sogar der Schlaf, viel zu kurz kommt? Ich verbinde da das Nützliche (Kopf frei kriegen, zu sich kommen), gern mit dem Spaßigen, und mache mit meinen Freunden zusammen Sport. Ich laufe fast immer in Begleitung irgendwelcher Running Buddies (plus Rudi, ist ja klar), gehe mit meiner Schwester zum Yoga und mache mit einer Freundin Freeletics. So macht das Workout gleich doppelt so viel Spaß!

2. Rudi-Runde abhaken

Ich mache Sport…weil Rudi sein Workout braucht. Ohne Witz, wenn man einem Hund erst mal beigebracht hat, regelmäßig 8-15 Kilometer laufen zu gehen, kann besagter Vierbeiner nervig werden, wenn ihm das tägliche Pensum an Bewegung fehlt.

Sport ist wie Spielen.

Sport ist wie Spielen.

3. Sport ist wie Spielen

…nur besser. Ernsthaft: jedes Mal, wenn ich laufen war, fühle ich mich immer ein bisschen wie früher, wenn ich mit meiner besten Freundin in irgendeine verrückte Fantasiewelt abgetaucht bin, und wir schließlich von unseren Mamas abgeholt und herausgerissen wurden. Beim Sport schaltet man komplett ab, man vergisst, was einen sonst beschäftigt und nimmt sich eine Auszeit vom eigenen Kopf.

4. …weil Sport die beste Therapie ist

„In times of doubt, work out.“ An dem Spruch ist definitiv etwas dran. Egal wie dunkel die Welt eben noch aussah, egal wie viele Stunden am Schreibtisch man noch vor sich hat… in der Zeit, in der man sich bewegt, ist alles Andere ganz schnell vergessen. Ich bin ein Mensch, der eigentlich immer 1.000 Dinge (manchmal mehr schlecht als recht) tut, in Gedanken bei 5-10 Dingen gleichzeitig bin und immer etwas unter Strom stehe. Sport wirkt da wie autogenes Training; man ist dabei dazu gezwungen ganz bei einer Sache zu bleiben und ist auch danach noch viel konzentrierter.

Es gibt Wichtigeres, als durch Sport einen fett trainierten Oberarm zu bekommen.

Es gibt Wichtigeres, als durch Sport einen fett trainierten Oberarm zu bekommen.

5. … weil ich’s kann.

Ich bin mit Sport aufgewachsen und habe als Kind zeitweise Tennis und Handball gespielt, bin geschwommen, zur Leichtathletik gegangen und beim Ballett gewesen. Mit 14 Jahren fing ich langsam mit dem Joggen an. Erst mal nur, um meine Mama zu begleiten, dann immer häufiger. Inzwischen liebe ich es, laufen zu gehen, und ab und zu auf Wettkämpfe hin zu trainieren. Es ist Zeit, die man sich nur für sich nimmt und die einem niemand nehmen kann. Und hey, wer weiß, wann man irgendwann nicht mehr in der Lage sein wird, sich zu bewegen. Es gibt so viele alte Menschen, denen jeder Schritt weh tut – da bin ich nur froh, mich bewegen zu können.