… und die das Leben ein großes Stück besser machen. Jawohl, ich bin mir sicher: Wäre die Welt eine Yogamatte, wäre sie weniger missgünstig, schlecht gelaunt, gestresst und unzufrieden, als sie es ist.

Der Gedanke kam mir neulich, als meine Schwester und ich bei unserem traditionellen schwesterlichen Wochenendsdate nebeneinander auf der Matte chillten und meine Laune, die vorher (grundlos – im doppelten Sinne) ziemlich im Keller gewesen war, langsam wieder stieg. Vorher war mir mein Wochenende wieder mal viel zu überladen vorgekommen und es fühlte sich alles mehr wie eine Pflicht als wie Vergnügen an: Da mit einer Freundin und Rudi joggen, dort mit einer anderen Freundin Kaffee trinken, putzen, einkaufen, abends meinen ehemaligen Nachbarn treffen, Klassentreffen planen, Patenkinder besuchen… Mit jeder Übung fiel dieses „Ich MUSS“-Gefühl mehr von mir ab und wich einem „Schaffst du schon. Und wenn nicht, geht die Welt nicht unter“. Denn eine Sache die einen Yoga lehrt, ist, gelassener zu sein. Beim Üben und im Leben überhaupt. Fällt man bei einer Übung mal um, ist es halb so schlimm. Man kann ja jederzeit wieder aufstehen, lächeln und von vorne anfangen. Das sollten wir uns viel öfter vor Augen führen. Genau wie diese fünf Dinge:

1. Vergleiche dich nicht.

Während der Yogapraxis soll man immer „ganz auf seiner Matte“ bleiben. Was das heißen soll? Weder nach links noch nach rechts gucken und bei sich bleiben. Nur weil der Nachbar nach seinem Flow noch mal direkt in den Kopfstand geht, heißt das nicht, dass man sich selbst nicht kurz im ‚Kind‘ erholen kann, wenn einem danach ist. Lasst die Anderen machen und macht euer eigenes Ding. Ich bin mir sicher, würden wir uns im Alltag weniger vergleichen, wären wir alle ein großes Stück zufriedener.

2. Es gibt kein ‚besser‘, es gibt nur ‚gut für dich‘.

Alles im Leben ist im Wandel; unsere Stimmung genauso wie unsere Tagesform. Wenn man das im Hinterkopf behält, kann man ganz entspannt bleiben, wenn mal etwas nicht so klappt wie geplant. Nur, weil man letztes Mal problemlos in die ‚Krähe‘ gekommen ist, heißt es nicht, dass es heute wieder genauso klappen muss. Was aber auch nicht weiter schlimm  ist, denn es gibt ja auch ein ’nächstes Mal‘ und anders als im Alltag ist Yoga ein regelfreier Raum. Es gibt kein ‚besser‘, es gibt kein ’schlechter‘, es gibt nur ein ‚diese Übung ist gerade gut für mich‚. Wie schön es doch wäre, wenn wir uns im Alltag mal von Regeln freimachen (manche sind soooo überflüssig) und mehr darauf hören würden, was uns wirklich gut tut!

3. Du weißt nie, wie lange eine unbequeme Situation anhält, aber: Sie geht vorüber. Ganz bestimmt!

Gerade beim Yin Yoga können einzelne Asanas manchmal ganz schön unbequem werden. Trotzdem lohnt es sich meistens, dran zu bleiben und hat man es am Ende geschafft, folgt die Erkenntnis: Alle geht vorbei, auch schwierige Situationen. Man muss manchmal ein bisschen aus- und durchhalten, aber am Ende ist doch wieder alles gut.

4. Lächeln hilft.

Klingt einfach. Ist es auch. Das gilt, wenn die Arme vor lauter Anstrengung anfangen zu zittern genauso, wie wenn man vor einer Prüfung nicht genau weiß, ob man sich jetzt krankmelden oder vorher kurz ’nen Schnaps zur Beruhigung trinken soll. Einfach den Kiefer entspannen, atmen und das Leben kann so einfach sein.

5. Namasté=Das Göttliche in mir grüßt das Göttliche in dir=sieh das Gute in deinen Mitmenschen

Nach der Yogapraxis verneigt man sich üblicherweise voreinander und grüßt sich mit einem ‚Namasté‚, das wörtlich übersetzt so viel heißt wie „das Göttliche in mir grüßt das Göttliche in dir„. Diese Grußformel ist für mich so ziemlich der schönste Spruch der Welt, weil so vieles darin steckt. Der Gruß macht mir persönlich immer wieder bewusst, dass kein Mensch einfach nur ‚gut‘ ist . Wir nicht, Andere nicht. Jeder hat das Recht darauf, seine Fehler zu haben, deshalb ist es auch normal, dass wir uns immer mal wieder von unseren Mitmenschen – Mama, der besten Freundin, den Kollegen – genervt fühlen. Wenn wir uns aber auf die guten Seiten unserer Mitmenschen konzentrieren, begegnen wir der Welt toleranter, aufgeschlossener und das Leben bringt gleich doppelt so viel Spaß.