Neulich habe ich für das Onlinemagazin „Mit Vergnügen Hamburg“ die fünf besten Lauftreffs der Stadt getestet. Als ich mich dafür mit einer Freundin traf und wir eine Runde um die Hamburger Alster drehten, sprachen wir über unsere ersten Läufe und wie sehr wir uns damals noch dazu überwinden mussten. „Ich hatte früher eine Pace von 8 Minuten und fand vier Kilometer schon weit„, sagte die Freundin, die im Juni ihren dritten Halbmarathon läuft. Ganz ohne dafür großartig trainiert zu haben und wenn sie so gut drauf ist, wie bei unserer gemeinsamen Runde, bin ich mir sicher, dass es für sie ziemlich gut laufen wird. Das ist das Schöne am Laufen: In kaum einer anderen Sportart verbessert man sich so schnell und ohne viel Aufwand, nur einfach dadurch, dass man es tut. Was noch alles passiert (und warum es sich unbedingt lohnt, mit dem Laufen anzufangen), liest du hier:

1. Du wirst süchtig.

Muss man sich anfangs noch überwinden, wird das Laufen mit der Zeit immer mehr zur Gewohnheit und ist irgendwann kaum mehr wegzudenken. Ich bin anfangs hauptsächlich laufen gegangen um den unkaputtbaren Rudi ein bisschen auszulasten; inzwischen sind meine Runden so lang geworden, dass ich ihn bei Hitze auch mal zuhause lasse und danach lieber kurz noch Gassi gehe.

2. Schneller, weiter, besser

Womit wir auch schon bei Punkt 2 wären: Man muss gar nicht viel tun, und schwupps, schafft man die gewohnte Runde statt in einer Stunde in 50 Minuten und die 10 Kilometer, die einem früher noch fast unmöglich vorkamen, werden zum Standard. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich vor drei Jahren zum ersten Mal für einen Halbmarathon trainiert habe. Damals musste ich bei Strecken, die länger als 12 Kilometer waren, immer eine kurze Gehpause einlegen und etwas trinken. Das muss ich schon lange nicht mehr, ohne dass ich dafür wirklich etwas getan habe. Beim Laufen macht Übung den Meister und Fleiß wird noch belohnt.

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Vor drei Jahren bin ich im Alstertal noch einen 10 Kilometerlauf gelaufen, letztes Jahr habe ich beim Halbmarathon mitgemacht.

3. Du wirst fitter.

Nicht nur beim Laufen selbst merkt man, dass man fitter geworden ist. Auch sonst ist man wacher, weil der Blutdruck stabiler wird und Sport positiv auf den Kreislauf wirkt.

4. Deine Figur wird definierter. Ob du willst oder nicht.

Auch wenn man zu den wenigen Menschen gehört, die Sport nicht treiben, um abzunehmen, sondern weil man daran tatsächlich Spaß hat: Mit der Zeit wird man vom Laufen definierter, ganz ohne dass man auf die Ernährung achten muss. Wer bei seiner morgendlichen 10-Kilometer-Runde schon 500 Kalorien verbrannt hat, kann sich später die Tafel Schokolade reinziehen, ohne nachzudenken. Und wenn man darauf keine Lust hat, lässt man es halt. Der Körper wird einem schon sagen, was er will und wer regelmäßig Sport macht, hat dafür meistens ein gutes Gespür.

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2014 vs. 2017

5. Du hast neue Lauffreunde.

Allein Laufen ist auf Dauer irgendwie langweilig, und weil Läufer ja eh so ein geselliges Völkchen sind, dauert es nicht lange, bis man mal mit dem einen, mal mit dem anderen Runningbuddy läuft. Hat den Vorteil, dass man sich im Winter sicherer fühlt und durch das gemeinsame Hobby auf Menschen trifft, die man anders nie kennengelernt hätte.

6. Du bist besser drauf. 

Laufen schüttet Endorphine aus! Okay, das passiert zugegeben nicht gleich nach der ersten halben Stunde (sondern nur bei Hochleistungen, wenn man sich schon schön gequält hat und der Körper uns so betäuben will…), aber auch so hat das Laufen eine positive Wirkung auf die Stimmung. Das merkt man besonders im Winter, wenn der normale Mensch übel gelaunt im dunklen Büro hockt und wir uns darüber freuen können, morgens schon eine Portion Licht getankt zu haben.

7. Du wirst selbstbewusster und traust dir mehr zu.

Wer es schafft 10 Kilometer, einen Halbmarathon oder was auch immer zu laufen, beweist sich damit immer auch etwas. Zum Glück, denn solche Erfolgserlebnisse wirken positiv auf die Psyche und pushen das Selbstvertrauen. So wird man schließlich auch im Alltag gelassener und man muss weder vor dem Gespräch mit dem Vorgesetzten noch vor der Präsentation im Seminar Angst haben.

Wenn’s dumm läuft, laufen wir halt weg. Ist ja nicht so, als ob uns das großartig stören würde.