Ich kann mich noch ganz genau daran erinnern, wie meine beste Freundin mich in der zweiten Klasse ganz vertraulich, in einem sehr hoffnungsvollen Tonfall fragte: „Bin ich für dich eigentlich wie eine zweite Schwester?“

Ich fand die Frage damals total bescheuert. Schwestern und Freundinnen, das kann man doch nicht miteinander vergleichen, dachte ich und habe auch irgendwie so etwas in der Art geantwortet. Mittlerweile verstehe ich ganz gut, wie meine Freundin auf den Vergleich kam. Wer eine Schwester hat, hat sozusagen von Geburt an jemanden, der immer für einen da ist, einen liebt (manchmal auch gleichzeitig hasst) und einen gegen den Rest der Welt verteidigt. #bffgoals sozusagen, nur noch viel besser. Denn anders, als bei Freundschaften die, so gut sie auch sind, sich manchmal dennoch im Sand verlaufen (anderer Studienort, andere Lebensphase, Stress um irgendwelche Macken, die sich erst in 10 Jahren Freundschaft entwickelt haben…), hat man eine Schwester vom Anfang bis zum Ende. Deshalb jetzt, leicht verspätet, die einzig richtige Antwort auf die Frage meiner damaligen BFF: „Wenn du keine Schwester hast, dann hast du keine Schwester.“

9 Dinge, die du nur kennst, wenn du eine Schwester hast

Kriegsverbündete

Als Kind hattest du immer eine Verbündete im Kampf gegen eure Eltern. Egal, wie spinnefeind deine Schwester und du euch manchmal auch wart –  wenn’s hart auf hart kam, hattest du immer jemanden, der auf deiner Seite war.

Fahrgemeinschaft

Autofahrten in den Urlaub waren ein absolutes Highlight: Barbies aus dem Fenster werfen, um zu sehen, ob der Fahrtwind sie an der Scheibe hält (Antwort: Nein.), Autokennzeichen erraten, „Ich sehe was, was du nicht siehst“ spielen… Hinten auf der Rückbank hattet ihr den größten Spaß, sehr zum Leid eurer Eltern, die so ganz nebenbei in den Wahnsinn getrieben wurden.

Zusammen ist man weniger allein 

Rechte, wie Alkohol trinken, abends ausgehen etc., wurden zusammen verhandelt.

Lebensretter

Du hast jemanden, der Dinge, die du deinen Eltern lieber nicht erzählen willst, für dich löst („Wie kriege ich das Sch****-Zungenpiercing bitte wieder ganz schnell raus?“) Und der, wenn es strategisch schlau ist, dafür sorgt, dass die Dinge doch per stille Post bei deinen Eltern ankommen. („Nein, Nina hat keine Drogen genommen. Sie hatte nur für zwei Stunden ihres Lebens ein Zungenpiercing.“)

Zwei Dumme, ein Gedanke

Du hast jemanden, mit dem du die besten Erinnerungen deines Lebens teilst und mit dem du dich ohne Worte verständigen kannst, der über dieselben, miesen Witze lacht, und der jede Story von dir zu Ende erzählen kann.

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Selbsthilfegruppe

Deine Schwester kann alles an dir verstehen, auch Marotten, wie sich nachts kurz To-Do-Listen zu schreiben oder „Probleme-bis-zur-letzten-Sekunde-aufschieben“. Kein Wunder, sie hat jeden Tick ja immerhin auch zu 50 % in ihrem Genpool.

Ein gutes Team

Ganz nach dem „Good Cop, Bad Cop“– Prinzip, gibt es immer einen, der als Bad Cop den Anderen zum Lachen bringt und einen, der als Good Cop den Bad Cop vom Unfallort abholt und ihm mit der Steuererklärung hilft (Danke, Lischen).

Innere Stimme

Du hast jemanden, der dir immer weiterhelfen kann und dein Bauchgefühl ist, wenn du es selbst mal verloren hast.

Der perfekte Partner

Deine Schwester ist ein echter „Partner in Crime„, der dir zeigt, wie Beziehungen zu funktionieren haben: mal hasst man sich, meistens liebt man sich und man kann immer aufeinander zählen. Solange du keinen Kerl findest, mit dem du all das genauso kannst, ist das auch nicht weiter tragisch: Einen Partner fürs Leben hast du ja eh schon.