Ich mag Sport. Aber ich mag auch mich. Soll heißen: Ich laufe gern um die Alster, in einem Tempo, bei dem ich noch reden kann (eine meiner Lieblingsbeschäftigungen) und finde Yoga super, allein schon wegen des „Namaste, wir haben uns alle lieb“-Flairs. Um Crossfit habe ich deshalb bisher lieber einen großen Bogen gemacht. Wenn man den Sport, der bei knallharten US-Soldaten besonders beliebt ist, googelt, findet man nämlich Artikel mit so vielsagenden Titeln wie „Crossfit im Selbstversuch – Schmerz lass nach“, „Trainieren bis zum Kotzen“ oder „Schluss mit Weichei“. Klingt eher fruchterregend als nach Spaß.

Der Vorteil an dieser Gruppen-Foltermethode ist allerdings, dass sie ziemlich effizient ist. Mit nur einer Sporteinheit trainiert man so ziemlich alles: Koordination, Kraftausdauer, Kondition und Schnelligkeit. Crossfit ist deshalb der Sport für alle, die nur wenig Zeit haben und trotzdem viel wollen – und wer will das bitte nicht?

Ich habe letzte Woche deshalb den Selbstversuch gewagt: Im Hamburger Elbgym habe ich bei dem berühmt-berüchtigten Ganzkörper-Workout mitgemacht, und ja, ich lebe noch. Wenn auch mit Muskelkater.

Zu meiner ersten Crossfit-Stunde komme ich glücklicherweise zehn Minuten zu spät. „Zehn Minuten weniger, die ich mit Liegestützen, Sit-ups und Co. auf dem Boden verbringen muss“, denke ich. Ich habe ja keine Ahnung, dass jeder erst dann den Raum verlässt, wenn alle Übungen absolviert wurden (Mist). Den Kurs, ein Crossfit Onramp für Anfänger, gibt Studioleiterin Lorena, die meine Verspätung relativ gelassen nimmt. Ganz so streng wie bei der Army scheint es beim Crossfit also nicht zuzugehen.

An der Tafel in der ‘Box‘, dem Raum, in dem Crossfit stattfindet, steht ein Plan mit einem ‘Workout of the Day‘, das aus so lustigen Dingen wie Rudern, Kreuzheben, Wallballs und Burpees besteht. Dazu gibt es noch zahlreiche Übungen mit einer Stange, von der ich nicht weiß, was man eigentlich damit machen soll. Das ist aber nicht weiter schlimm, weil Crossfit ein Sport ist, der extrem auf Gruppendynamik setzt. Alle leiden zusammen, alle motivieren sich, und wenn man etwas nicht versteht, wird es einem sofort gezeigt – entweder von Lorena oder von den hochmotivierten Mitstreitern. Der Nachteil ist so gesehen, dass man mit „sich dumm stellen“ nicht weit kommt und die Stunde leider erst dann vorbei ist, wenn man die Übungen auch wirklich sauber abgeschlossen hat.

Die Übungen sind für jemanden, der normalerweise einen großen Bogen um Krafttraining macht, nicht ohne Weiteres zu schaffen, aber das macht nichts: Lorena erlaubt mir, Pausen zu machen und gibt mir gnädig die leichtesten Gewichte. Wobei ‘leicht‘ hier relativ ist – der leichteste Wallball wiegt immer noch 7 Kilo. Mehr als der Kasten Wasser, den ich sonst nur unter sehr viel Gejammer und Geschnaufe in meine Wohnung tage.

Zwischen den Kraftübungen wird immer wieder gerudert. Zwei Kilometer und das bitte unter einer Minute.

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Zeit spielt hier ohnehin eine große Rolle. Immer wieder werden Ansagen gemacht, wie viel Zeit noch zum Ende der Stunde bleibt. Eigentlich ein Grund zur Freude, möchte man meinen, aber beim Crossfit steht man grundsätzlich ziemlich unter Stress. „Viel zu wenig, um die Übungen zu schaffen“, denke ich nur panisch und lege noch einen Zahn zu.

Am Ende muss ich – ganz der Klassenloser – trotzdem noch zwei Minuten nach Trainingsschluss weiter Burpees machen. Immerhin bin ich nicht die Einzige, die nicht in der vorgegeben Zeit fertig wird. Zwei weitere Teilnehmerinnen liegen mit mir zusammen auf dem Boden.

Mein Fazit nach einer Stunde Crossfit? Es tut weh, aber es lohnt sich. Das merke ich auch noch am nächsten Tag, an dem ich am ganzen Körper Muskelkater habe, und immer noch ein bisschen stolz bin. Vielleicht mag ich dieses Crossfit ja doch ein bisschen…