Brita Plath ist Künstlerin und Fotografin. Vor ihrer Linse haben schon Promis wie Kayla Itsines oder als Werbeprodukt, die gute, alte Jack Daniel’s-Flasche, gestanden – und sich dort äußerst wohl gefühlt. Anders kann es einem in ihrer Gegenwart gar nicht gehen, denn die Blondine und Mutter von zwei Kindern ist so outgoing und lustig, dass sie einem den letzten Funken Unsicherheit in Sekundenschnelle nimmt. („Bis ich 72 bin, bleibe ich einfach 38 und dann werde ich direkt Chanel.“, „Unsere Familie überspringt die Hochbegabung schon seit Generationen„) Vielleicht schafft sie es deshalb, Frauen genau so abzulichten, wie sie es sich wünschen. Ich habe Brita in ihrer Hamburger Wohnung besucht, in der sie regelmäßig shooted und sie nach ihrem ultimativen Tipp für ein gelungenes Foto und dem nächsten Interior-Trend gefragt.

Wie bist du eigentlich Fotografin geworden, Brita?

Das war bei mir eine längere Geschichte. Eigentlich wollte ich schon immer Fotografin werden, bin aber sehr konservativ aufgewachsen. Ich machte eine Ausbildung und studierte BWL in Hamburg und Los Angeles. Als mein erstes Kind auf die Welt kam, hatte ich dann endlich den Mut zu sagen „So, jetzt mache ich das, was ich will. Ich werde Fotografin.“

Was fotografierst du am liebsten?

Ich liebe es, Frauen zu fotografieren. Ganz egal wie, ob für ein Bewerbungsfoto oder als Geschenk für den Freund. Ich finde es spannend, umzusetzen, was Frauen wollen. Ein Foto ist ja immer auch ein Geschenk von einer Frau an sich selbst. Das sieht man an den sozialen Netzwerken ganz gut: Jeder kennt das Gefühl, wenn ein neues Profilfoto gleich von allen geliked wird. Das macht was mit einem, zu wissen, so und so vielen Menschen hat das Bild gefallen. Diejenigen, die ein Bild nicht liken, machen noch viel mehr mit dem Selbstwertgefühl.

Machen Männer weniger Fotos für sich selbst?

Ich glaube, die definieren sich weniger über Fotos. Ich kenne wirklich kaum Männer, die so ein klassisches Fotoshooting mitmachen würden. Da sind Männer eher praktisch veranlagt und kommen für Businessbilder oder für ein neues Profilbild für Elitepartner oder Parship.

In diesem Outfit lichtet Brita weibliche Kunden ab.

In diesem Outfit lichtet Brita weibliche Kunden ab.

Was machst du, damit deine Kundinnen sich auf ihren Bildern mögen?

Ich höre mir erst mal ganz genau an, wie meine Kundinnen wirklich rüberkommen wollen. Ein Businessfoto ist ja nicht einfach ein Businessfoto. Es geht darum, wie ich als Frau auf dem Foto wahrgenommen werden möchte. Was macht mich aus, wie ist mein Charakter? Ein Foto soll mich so zeigen, wie ich wirklich bin.

Was hilft dabei, beim Fotografieren entspannt zu sein?

Die Stimmung zwischen Fotograf und Kunden ist auf jeden Fall nicht zu unterschätzen. Wenn ich als Fotograf sehr introvertiert bin, werde ich wohl kaum großartig Gefühle auf der anderen Seite herausholen können. Wenn man dagegen zusammen lachen kann und sich vertraut ist das was ganz anderes.

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Über Britas Sprüche muss man unweigerlich lachen.

Ist es dann schlau, Fotos von jemandem machen zu lassen, der einem nahe steht? Also dem Freund oder der besten Freundin?

Mich fotografieren immer meine Söhne. Da müssen sie mal ran, mit ihnen fühle ich mich wohl und es kommt kein Neid auf. Ich rate aber, nicht die beste Freundin ein Foto machen zu lassen! Was, wenn sie das perfekte Foto von mir schießt, und ich es nicht schaffe, sie genauso glücklich zu machen? Fotografieren sollten immer Leute ohne Neid, die ganz außer Konkurrenz sind.

Apropos Neid – wie reagiert Besuch auf die Fotos von dir im Wohnzimmer?

Es ist die beste Werbung für meine Arbeit. In meinen Fotoreihen wird es immer auch Bilder von mir geben. Dann weiß ich auch, dass ich davon völlig überzeugt bin. Ich möchte das dann auch wirklich von mir haben.

Warum hängt dein Mann nicht an der Wand?

Ich finde, Männer sollten sich nicht so weichgespült fotografieren lassen. Ich mag es lieber, wenn man den Unterschied betont. Über dem Sofa fehlt mir noch ein Bild, da werde ich vielleicht meinen Mann mal ablichten. In einer Spielsituation wie bei „Der Pate“.

Bei deinen Shootings bietest du ja drei unterschiedliche Outfits an. Warum und wie bist du darauf gekommen?

Ich glaube, so eine Vorauswahl macht den ganzen Prozess leichter. Das eine Outfit besteht aus meiner Lederjacke und einem klassischen Tutu. Damit kann man nicht so viel falsch machen. Das Tolle an dem Tutu ist auch: Er muss einem gar nicht passen. Sieht ja keiner, wenn er hinten offen ist.

Dein ultimativer Tipp, um auf Fotos gut auszusehen?

Schminken! Immer die Vorzugsseite betonen, bei mir ist zum Beispiel die linke Seite ein bisschen breiter und ich lasse mich deshalb lieber von der anderen Seite fotografieren. Ich bin kein großer Fan von Lippenstift, deshalb betone ich immer die Augen, das würde ich auch allen raten, die ein schönes Foto von sich haben wollen. Augen und Wannenknochen machen ein Gesicht besonders ausdrucksvoll.

Was hältst du von #nomakeup und #wokeuplikethis Selfies?

Finde ich ganz schlimm! Jede von uns weiß doch, wie wir morgens aussehen. Da sieht man einfach nicht gut aus, allerhöchstes, wenn man 12 Jahre alt ist. Aber auch dann sieht man eher ‚süß‘ als gut aus. Mit diesen #nomakeup-Selfies ist es doch genauso wie mit den Models, die auf Instagram vor riesigen Picknickkörben und Buffets posten: Es weiß doch jeder, dass das nicht die Realität sein kann.

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Eines deiner Bilder, die du im Shop verkaufst ist eine Ananas. Kannst du dir erklären, woher dieser Ananas-Deko-Trend kommt?

Den Trend gibt es ja eigentlich schon ganz lange. Ursprünglich kommt er aus der Karibik aber auch im arabischen Raum haben die Leute zum Beispiel schon seit Ewigkeiten Türknäufe in Ananas-Form. Hier kommen Trends ja nur immer ein Stückchen später an. Ich versuche Trends immer auf meine ganz eigene Art zu interpretieren. Vor einigen Jahren waren Geweihe gerade ‚in‘, da habe ich Ziegen und Hirsche fotografiert. Man muss sich das Tier ja nicht an die Wand hängen, es reicht auch, davon ein Foto zu haben.

Was denkst du, wird der nächste Deko-Trend? Einhörner, Flamingos…?

Ich könnte mir vorstellen, dass Indianer der nächste große Trend sind. Nicht Boho-Chic, sondern so richtig mit Fransen und bunten Farben. Ich habe deshalb gerade erst eine Banane so inszeniert – als Indianer-Banane.

Britas Ziege als Geweih-Ersatz.

Britas Ziege als Geweih-Ersatz.