Wenn das hier ein Foodblog wäre… dann wäre hier wahrscheinlich nicht viel zu sehen. Leider bin ich nämlich nicht die größte Köchin – oder anders gesagt: Es reicht für Nudeln, Salat und Brötchen schmieren. Zum Glück stellen sich einige meiner Freunde besser in der Küche an und auch über die Auswahl an guten Restaurants kann man in Hamburg ja nicht klagen. Trotzdem – manchmal, wenn ich mit meinem Teller Nudeln, mit Pesto aus dem Glas, auf dem Sofa sitze, denke ich mir: „Irgendwann fange ich doch noch mal mit dem Kochen an.“ Und weil ich für dieses ‘irgendwann‘, den Moment, wenn mich spontan die Muse küsst, ja gut vorbereitet sein will, gucke ich mir bis dahin halt Foodblogs an und sammele schon mal fleißig Rezepte, die ich hoffentlich mal nachkochen werde.

Ein Blog auf dem ich immer etwas entdecke, ist ‘cookasgoodasyoukiss‘. Die liebe Lotta kenne ich noch aus meiner Schulzeit, und hätte ich damals gewusst, dass sie eine derart begabte Hobby-Köchin ist, hätte ich ihr vorgeschlagen, am Freitag bei ihr vorzukochen statt zu -trinken. (Meine Leber hätte es wahrscheinlich auch gefreut…)

Wie kamst du auf den Namen ‚cookasgoodasyoukiss‘?

Charlotte: Aufgewachsen bin ich mit Omas Worten „eine richtige Frau muss in der Lage sein, eine Soße zu kochen“. Mit acht Jahren fand ich das zwar befremdlich, aber mittlerweile finde ich, da hat Oma recht. Deswegen der Titel des Blogs, jeder kennt die Tabletts, Teller, Schürzen, Tassen, Schilder usw. mit dem Satz „I kiss better than I cook“. Ich finde, das eine schließt das andere nicht aus. Heutzutage, nach Zeiten wo die Frau „nur“ Hausfrau war, denke ich, ist die Emanzipation soweit, dass man „Mädchen“ und „Mädchen mit Herdanziehungskraft“ sein kann. Gutes Küssen schließt das gute Kochen nicht aus.

Woher kommt deine Liebe zum Kochen?

Charlotte: Mich faszinierten von klein auf an Dinge, die man selber schaffen kann. Kochen ist ein Handwerk und man stellt aus vielen Zutaten etwas eigenes her. Als Kind mussten meine Eltern immer als Gäste hinhalten, ich habe Karten geschrieben und gebastelt – gekocht und Getränke serviert. Ich mag es, Gäste zu haben und Menschen mit gutem Essen und Getränken glücklich zu machen. Kochen und Essen hat etwas meditatives, man denkt einfach mal an nichts. Meine Mama hat immer viele Partys geschmissen und bei jedem Fest selber gekocht, auch wenn es über 100 Leute waren. Die Liebe zum Kochen habe ich von ihr.

Was hältst du von den ganzen Food-Trends wie „Clean, Low Carb, raw“? Folgst du da irgendeinem?

Charlotte: Ich finde Food-Trends, fast egal welcher Art gut. Denn wenn man sich nach einem bestimmten Prinzip ernährt, dann ist man bewusster gegenüber Lebensmitteln. Für sämtliche Bereiche, nicht nur beim Essen gilt, alles was ins Extreme geht wird unangenehm. Auch wenn es für mich nicht in Frage kommt, finde ich veganes Essen faszinierend. Ich denke der Respekt gegenüber jeder Ernährungsweise sollte von allen Seiten gegeben sein. Wenn man in einer Wurstbude pöbelt, weil es keine vegane Wurst gibt, dann wird es langsam absurd (ist vorgekommen). Diese ganzen Klischees gegenüber Veganern doch genauso. Für Fleisch gilt aber für mich schon immer, es ist ein Luxusgut und sollte mit Bedacht eingekauft und verzehrt werden. Ich ernähre mich seit ca. fünf Jahren Low Carb und habe damals über zehn Kilo abgenommen. Mittlerweile bekommen mir Kohlenhydrate nicht mehr so gut, selten habe ich Heißhunger auf einen Teller Pasta, das bereue ich danach meistens, da ich danach gefühlt ins Bett muss. Low Carb ist einfach umzusetzen, man kann fast alles Essen nur eben ohne die Sättigungsbeilage. Dennoch verbiete ich es mir mittlerweile nichts mehr. Schreit mein Körper nach Brot, bekommt er Brot. Ich bin beim Essen nie maßlos, aber nicht weil ich mich dazu zwinge. Verbote sind meist kein guter Ratgeber, je mehr man sich etwas verbietet, umso mehr schreit man danach.

Welche 5 Dinge sollte man deiner Meinung nach immer im Kühlschrank haben?

Charlotte: Sushi Ingwer, Eier, Tomaten, Ziegenkäse und einen guten Crémant.

Essen ist für dich…?

Charlotte: Genuss und vor allem Zeit. Meist isst man nicht alleine, Essen verbindet.

Was was als Kind dein absolutes Lieblingsgericht?

Charlotte: So komisch es sich anhören mag, das war, wenn Papa gekocht hat. Seine indischen Currys sind bis heute unerreicht, allerdings haben dadurch meine Geschmacksnerven früh gelitten. Selbst wenn ich versuche nicht zu scharf für andere zu kochen, funktioniert das meistens nicht.

…und heute?

Charlotte: Ist zwar kein wirkliches Essen, aber ich bin leider Austern-abhängig. Ein kostspieliges Vergnügen, zumindest in Restaurants. Im Frischeparadies bin ich fast jede Woche und im selber öffnen mittlerweile Profi. Am besten schmecken die mit selbstgemachter Bärlauch-Kerbel Vinaigrette und dann auch am liebsten am Strand sitzend.

Küssen oder kochen – was magst du lieber? 

Charlotte: Das eine schließt das andere ja Gott sei Dank nicht aus. Außer vielleicht nach einem Döner mit extra Zwiebeln.

Dein Lieblings-„Fitnessrezept“?  

Ich liebe Tatar in allen Ausführungen. Besonders aber Avocadotatar mit Zitronenbutter. Dafür koche ich 100ml Wasser mit 5-6 Pfefferkörnern und dem Saft und der abgeriebenen Schale einer halben Bio- Limette und – Zitrone auf, kurz vorm Servieren gieße ich den Sud ab und gebe 100g kalte Butter hinzu und schäume die Soße mit einem Stabmixer auf .

Für das Tatar 2 Stangen Staudensellerie in dünne Scheiben schneiden, 1 Frühlingszwiebel und Chillischote ebenfalls in Ringe schneiden. 1 Schalotte schälen und feinwürfeln, 1 nussgroßes Stück Ingwer fein reiben und in einer Schale vermischen. Den Saft und Abrieb von einer Limette hinzugeben. Die aufgeschnittenen Avocados (2) in einer Grillpfanne leicht anrösten, parallel in einer kleinen Pfanne 8 Kirschtomaten mit etwas Honig schmelzen. Die Avocado grob würfeln und mit den Tomaten zusammen zu dem Selleriesalat geben und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mit etwas Salat anrichten und die Zitronenbutter darüber geben, fertig <3