Jedes Jahr, wenn es im Herbst ganz schleichend dunkler wird, und allmählich die Blätter von den Bäumen fallen, bekommt mein Herz allerschlimmstes Paris-Fernweh. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich nach dem Abi, im Herbst, als Au-pair nach Frankreich gegangen bin und sich mein Unterbewusstsein anscheinend wie die Fluggänse vor dem Winter saisonal daran erinnert fühlt. Auch dieses Jahr habe ich deshalb wieder sämtliche Freunde mit Urlaubsplänen genervt und so richtig angetan war davon erst mal kaum jemand.  Paris im Winter: viel zu dunkel, viel zu nasse, wie ungemütlich, hieß es da. Die haben ja alle keine Ahnung. Ich bin nämlich nicht allein mit meinem winterlichen Paris-Fernweh und liege damit, wenn es nach SPIEGEL-Autorin Estelle Marandon geht, sogar voll im Trend: Endlich mal keine Schlangen vor dem Louvre und im Vergleich zu Hamburg hat man hier immer noch beinahe tropisches Wetter, mit immerhin einer ganzen Sonnenstunde mehr.

Ein Ort, an dem ich augenblicklich glücklich bin, und der für mich zu den schönsten Orten der Welt gehört – nicht nur in Paris, sondern überhaupt – ist Montmartre. Wenn man so durch die alte Wahlheimat von van Gogh, Zola, Matisse und Picasso schlendert, hat man das Gefühl, ihre Herzen hier immer noch ganz laut schlagen zu hören. So sehr spürt man den Geist, die Kreativität, dieses zauberhaften Quartiers. Ein bisschen erinnern mich die vielen verwinkelten Gassen, hoch zum Sacre Coeur auch an St. Pauli in Hamburg – natürlich mit sehr viel charmantaren Cafés und einer viel viel melodischer Sprache. („Bon jour vs. Moin“ – was klingt wohl besser?!) Hier könnte ich den ganzen Tag sitzen – und wenn ich schon mal in Paris bin, mache ich das auch. Voilà meine Top 3 der schönsten Plätze in Montmartre.

Meine Top Lieblingsorte in Montmartre

Rue Chappe in Montmarte

Rue Chappe in Montmarte

Café trinken im „Pain Pain“

Paris ist ja leider nicht das allergünstigste Pflaster. Umso mehr haben sich meine Freundin und ich über das CaféPain Pain“ auf einem kleinen Hügel Richtung Sacre Coeur gefreut. Hier gibt es Kaffee unter 4 Euro, was eher die Seltenheit ist. Und wenn man schon mal da ist, sollte man sich das ein oder andere Éclair oder eine Brioche au sucre nicht entgehen lassen.

Pain Pain
88 Rue des Martyrs
75018 Paris Frankreich

Macarons shoppen im „Maison Georges Larnicol“

Gibt es Menschen, die keine Macarons mögen? Ich persönlich mag weder Trüffel noch Pralinen, aber bei Macarons kann ich nicht „Nein“ sagen. Wozu auch? Wäre ja schade drum und am liebsten bringe ich auch gleich noch meinen Liebsten ein paar Macarons mit. In Montmartre im „Maison Georges Larnicol“ sind die kleinen Baiser-Teilchen besonders lecker und kosten nur – Achtung, festhalten!!!! – 80 Cent das Stück (bei Ladurée gibt es sie ab 2 Euro…). Finde ich absolut fair und da kann man sich gleich noch ein paar mehr mitnehmen.

Maison Geroges Larnicol 
7 Rue de Steinkerque
75018 Paris, Frankreich

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Das Leben genießen am „Place du Tertre“

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Mein Lieblingsort in Paris

Mein Sehnsuchtsort in Montmartre? Der Place du Tertre mit seinen zahlreichen Ständen mit Gemälden, Karikaturen und den vielen, internationalen Cafés und Restaurants rundherum. Hier hat man das Gefühl, dass jede Sekunde die fabelhafte Amelie um die Ecke kommen könnte und ja, Paris ist hier wirklich so bezaubernd, wie wir es aus Filmen und Literatur kennen (und in den eilenden, fluchenden, hupenden Massen rund um den Champs Élysées nicht wiedererkennen). Hier scheint die Welt stehen zu bleiben – und so setzt man sich am besten mit einem Glas Wein und einer Zigarette hinzu, und freut sich des Lebens.