Ich kann mich noch ganz genau an meinen allerersten Kaffee erinnern. Damals war ich gerade einen Monat 15 Jahre alt und mit meiner Freundin Stephanie zum Shoppen in Hamburg. Das war für uns als Großhansdorferinnen schon so eine ziemlich erwachsene Aktion. Großhansdorf – das muss man dazu sagen –  ist ein Hamburger Vorort und gut und gerne eine halbe Stunde Bahnfahrt von der Stadt entfernt. Da konnte einem früher ein Ausflug in die Mönckebergstraße schon mal ähnlich weit wie eine Fahrt nach Dänemark vorkommen. Wahrscheinlich waren wir deshalb auch so müde, dass wir uns dachten „Komm, wir tun es“, den einen Schritt der uns noch von Sienna Miller, unserem damaligen Fashion-Vorbild und ihrem Coffee-To-Go-Becher trennte und bestellten uns einen… nennen wir es „Kaffee“. Ich glaube, eigentlich war es so etwas wie ein „White Chocolate Mocca„, viel Zucker mit Milch, etwas was ich heute nur noch unter größter Folter bestellen und selbst dann nur widerwillig trinken würde. Macht viel zu wenig wach. Für ganz normalen Kaffee, sei er nun aus Kapseln, aus so einer Filterkaffeemaschine, wie meine Eltern immer noch eine haben oder aber ein Espresso aus dem Coffee Shop an der Ecke – ich L-I-E-B-E Kaffee. So sehr, dass ich dafür ab und an auch Bauchschmerzen und Herzrasen in Kauf nehme. Ohne das schwarze Gesöff geht bei mir nichts. Da wird sich in nächster Zeit auch nicht so wahnsinnig viel dran ändern, aber immerhin habe ich jetzt eine Alternative entdeckt: koawach-Kakao.

Ich hatte die Ehre, den noch relativ neuen Koffein-Kakao zu testen und weil ich es gerade bei Ernährung wichtig finde, ein Produkt nicht einfach unreflektiert und naiv in den Himmel zu loben, habe ich meine Freundin, Wiebke, die Ernährungswissenschaften in Kiel studiert hat, gleich mal gefragt, wie unbedenklich so ein ‚koawach‘ wirklich ist. Aber lest selbst…

Was steckt drin?

Laut Zutatenliste besteht koadrink zu 90 Prozent aus Vollmilch. 8,9 Prozent sind Schokoladenpulver aus Kakao aus biologischem Anbau und Rohrrohrzucker. Die restlichen 1,1 Prozent sind Guaranasamenpulver (0,6 Prozent) und Verdickungsmittel. Wiebke findet die Zutaten „eher kurz und übersichtlich“ und „das ist meistens ein gutes Zeichen“! Irgendwie klar, Gemüse und Obst haben in ihrer Rohform ja auch keine „Zutaten“.

Der Koffeingehalt

koachwach-Kakao ist angeblich so etwas wie DER Kakao für alle Kaffee-Junkies und nicht mit einem normalen Kaba oder Nesquick zu verwechseln. In dem Fertigdrink steckt ganz schön viel Koffein (32 mg/ 100ml), weshalb er laut Verpackungsaufdruck auch „nicht für Schwangere geeignet ist“. „400 mg Koffein pro Tag und 200 mg Koffein als Einzeldosis sind unbedenklich“, sagt Ernährungswissenschaftlerin Wiebke. Den koawach-Kakao findet sie in dieser Hinsicht unbedenklich, denn in einer Packung stecken ’nur‘ 235 ml. Mehr sollte man davon auch nicht unbedingt trinken, denn mit 98 Kalorien auf 100 ml ist Koawach nicht gerade der Schlankmacher unter den Koffeinkicks. Zum Vergleich: In 100 ml Cola stecken immerhin 10 mg Koffein, in 100 ml Kaffee stecken satte 80 mg, in 100 ml schwarzen Tee immerhin noch 35 mg Koffein. Da kann man also deutlich leichter wach werden – im wahrsten Sinne des Wortes. Übrigens enthält auch normale Schokolade Koffein: rund 40 mg sind in einer Tafel. image1

Wie schmeckt koawach?

koawach ist wirklich superlecker. Nicht so schrecklich-süß, wie dieser Kakao aus dem Tetrapack, den man als Kind immer im Urlaub zu trinken bekommen hat (und auch nur da, sozusagen als ‚Urlaubsausnahme‘, weil das Zeug einfach vieeeel zu zuckrig ist), sondern so richtig schokoladig-lecker. Mein Opa hatte früher immer diese kleinen Dosen mit Zartbitterschokolade, die auch in LKWs gern mal auf dem Armaturenbrett liegen. ‚Scho-Ka-‚Kola‘ heißen die glaube ich. Daran erinnert mich koawach geschmacklich.

Mein Fazit

koawach-Kakao ist unfassbar lecker, keine Frage, deshalb werde ich ihn mir in Zukunft auch weiterhin ab und an gönnen. Man sollte dabei aber nicht vergessen, dass ein koawach-Drink mit rund 240 Kalorien nicht das allerschlankeste Mittel zum Wachwerden ist. Klar, das sind Starbucks Frappuccinos und mein berühmt-berüchtigter ‚White Chocolate Mocca‚ auch nicht, aber eben deshalb sollte man solche Getränke auch als das behandeln was sie sind – als kleine Zwischenmahlzeit und sie bewusst genießen.