Wer mich kennt, weiß, dass ich ein echter Sportjunkie bin. Besonders Laufen und Yoga haben es mir angetan, aber auch zu Freeletics oder einer Runde Schwimmen sage ich nicht ‚Nein‘. Das war nicht immer so. Sport habe ich zwar schon immer viel gemacht, aber so richtig Routine, Regelmäßigkeit und vor allem auch Begeisterung kamen erst in meinen 20ern hinzu. Vorher habe ich die Sportarten noch häufiger gewechselt als das Fernsehprogramm am Samstagabend und bin nie wirklich lange am Ball geblieben.

Als Kind folgte meiner Mitgliedschaft im Schwimmverein eine kurze Phase beim Ballett, die von Mädchenfußball und Leichtathletik abgelöst wurde, bis ich dann als Karteileiche im Fitnessstudio endete. Zu Beginn meines Studiums übernahm schließlich mein Auto gänzlich die Bewegung für mich – ich wundere mich, dass ich es in meiner Faulheit nicht geschafft habe, dem roten Nissan Micra auch noch beizubringen, mich Treppen hochzutragen und mir die Schuhe zuzubinden.

Doch dann irgendwann entdeckte ich wieder die Freude am laufen, schwitzen, mich bewegen – und zwar so sehr, dass ich heute ganz ohne nachzudenken mindestens drei Mal die Woche meine Laufschuhe schnüre und einfach mal alles um mich herum vergesse. Wenn ich zum Yoga gehe, freue ich mich, etwas für mich zu tun, mein Auto habe ich inzwischen ganz abgeschafft und bin nur noch zu Fuß oder auf dem Fahrrad unterwegs. Wer das auch schaffen will – voilà, hier sind meine 7 Tipps, die dir dabei helfen, beim Sport endlich dauerhaft dran zu bleiben:

1. Suche dir eine Sportart, die du wirklich magst.

Mag sein, dass Laufen die Sportart ist, bei der man am meisten Kalorien verbrennt. Davon hast du aber herzlich wenig, wenn du dich dabei so langweilst, dass du nur zwanzig Minuten durchhältst, wenn dein Knie dabei weh tut, und du dir schadest oder wenn du dich die ganze Zeit nur fragst, wann das alles endlich vorbei ist. Dann wirst du es auf Dauer schwer haben, dein Training auch wirklich durchzuziehen und es zur Gewohnheit werden zu lassen. Suche dir deshalb unbedingt eine Sportart, die du magst. Falls du nicht weißt, welche das sein soll: mit Mannschaftssportarten kann man nicht viel verkehrt machen, allein schon wegen der Leute, die man dort trifft.

2. …und in der du keine komplette Niete bist

Grundsätzlich ist es sicher nicht verkehrt eine Sportart zu betreiben, in der man einigermaßen Talent hat. Erfolg motiviert – und dauerhaft ausbleibender Erfolg nimmt einem die Freude. Ich weiß, wovon ich rede, weil ich insgesamt sieben Jahre völlig talentfrei Tennis gespielt habe. Das ist einfach nicht mein Sport. Liegt wahrscheinlich daran, dass ich nicht sonderlich reaktionsschnell bin oder, anders gesagt: Ich bin so entscheidungsunfreudig und langsam, dass ich mich nicht mal richtig abstützen kann und so nach einem eigentlich harmlosen Sturz beim Joggen einmal direkt mit aufgerissener Lippe ins Krankenhaus musste. Kommt halt nicht gut, sein Stolpern mit dem Gesicht abzubremsen. Aber zurück zum Wesentlichen: Beim Tennistraining habe – ich vorsichtig geschätzt – jedes zweite Mal wegen Lustlosigkeit gefehlt. Damit dir das nicht passiert, such dir von vornherein einen Sport, der zu dir passt.

3. Essens-Flatrate

Ich weiß, man sollte sich zum Sport nicht mit Essen motivieren. Wir sind ja keine Hunde und überhaupt, sonst endet das irgendwann noch in einem ungesunden „unter-der-Woche-hungern-und-am-Wochenende-Cheatday-bis-zum-Platzen“-Kreislauf. Trotzdem, wer regelmäßig Sport macht, kann nun mal mehr (deutlich mehr!) essen und muss dabei absolut kein schlechtes Gewissen haben. Das wird schon schneller wieder verbraucht, als einem lieb ist. Übrigens finde ich Schokolade, Gummibären, Kuchen und Co. absolut okay und vertretbar, solange das nicht den Großteil der Nahrung einnimmt – wenn der Körper so etwas fordert, wird er schon seinen Grund dafür haben.

Rudi liebt Laufen - und hasst es, fotografiert zu werden.

Rudi liebt Laufen – und hasst es, fotografiert zu werden.

4. Die Macht der Gewohnheit

Schaff dir Trainingsrituale. Ich laufe seit Jahren immer am Montag: So habe ich gleich zu Beginn der Woche noch vor der Arbeit etwas Schönes erlebt und für mich getan. Den Montagmorgen-Lauf habe ich deshalb inzwischen so lieb gewonnen, dass es mir richtig schwerfällt, ihn, wenn ich mal erkältet oder verletzt bin, ausfallen zu lassen.

5. Immer schön realistisch bleiben

Es ist immer toll, auf etwas hinzutrainieren, ganz egal, ob auf einen 5-Kilometer-Lauf, den ersten Halbmarathon, den ersten Handstand oder ein Turnier. Wichtig ist nur, dass du dich dabei nicht überschätzt, anders nimmt dir das Training schnell die Freude (sieh Punkt 2). Mit der Zeit wirst du eh ganz von allein besser und die 5 Kilometerzeit, auf die du jetzt noch hin trainierst, wird zum langsamen Standard, wenn du für deinen ersten 10er trainierst.

6. Zusammen ist man weniger allein

Such dir einen Trainingspartner. Ich laufe fast immer mit einem Freund oder einer Freundin (mit Rudi ja sowieso), so kann man sich gegenseitig motivieren und absagen finde ich eh immer doof. Außerdem wird Zeit, je älter man wird immer kostbarer (deshalb hören wir ja auch auf, regelmäßig zum Handballtraining zu gehen, s0bald wir nicht mehr zur Schule gehst). Wenn du Sport mit einem deiner Freunde machst, habt ihr beide eine echte Win-Win-Situation: Ihr verbringt Zeit (yeah) und statt des üblichen Latte Macchiatos / Vinos oder was sonst so  auf dem Speiseplan steht, gibt es stattdessen eine Sporteinheit (Doppel-Yeah). Na, wenn da die Zeit nicht clever genutzt ist.

7. Just do it

Trotz dieser Tipps gibt es sie natürlich trotzdem: Diese Tage, an denen man sich einfach nicht aufraffen kann, das Bett einem so viel gemütlicher vorkommt als die Laufschuhe und einem die Vorstellung, jetzt Sport zu treiben, ähnlich absurd erscheint, wie die Darsteller einer Reality-Soap, die voller Überzeugung erzählen, sie wollen ohne einen Funken Spanisch zu sprechen auf die Kanaren auswandern. (Sorry, zu viel Vox geguckt…) In solchen Fällen hilft nur eines: Hirn ausschalten, Sportschuhe anziehen und einfach machen. Es hat schon seinen Grund, dass Nike mit seinem Slogan „Just do it“ zum Marktführer aller Sportmarken wurde – der Spaß kommt ganz von allein, wenn man erst mal am Schwitzen ist. Versprochen.