Ich wollte schon immer schreiben – am liebsten wie Carrie über Liebes- und Beziehungsthemen, vorzugsweise für irgendein Frauenmagazin. Da ich aber etwas so ganz anderes studiert habe, fing ich schon während meines Studiums an, nebenbei so viele praktische Erfahrungen wie möglich zu sammeln und verschickte Manuskripte an verschiedene Verlage. Irgendwann kappte es dann und so sind von 2011 bis 2016 vier Bücher unter meinem Namen erschienen.

Au-pair kann eine bereichernde Erfahrung sein – oder auch der letzte Dreck, wenn man in einer Gastfamilie landet, bei dem die Eltern gerade mitten in der Scheidung stecken, die Mutter unter Schizophrenie leidet und der Vater aus diesem Grund eine ahnungslose 19-Jährige ins Haus holt, die sich dann bitte um die Kinder kümmern soll. So ist es mir passiert und das ist nicht mal die schlimmste Au-pair-Geschichte von denen ich beim Schreiben dieses Buches noch so gehört habe…

Obwohl es als zweites Buch veröffentlicht wurde ist dieser Roman eigentlich mein erstes Buch. Mit 18 habe ich ihn für meine beste Freundin geschrieben und ihr damals zu Weihnachten geschenkt. Man könnte also sagen, das Buch ist eine Art Liebeserklärung an meine beste Freundin – insofern ist das meiste darin auch relativ nah an den Erlebnissen, die wir in unserer gemeinsamen (überragenden!) Jugend hatten.  Der Verlag, der mich damit unter Vertrag nahm, hatte nur leider zu dem Zeitpunkt, als ich den Vertrag unterschrieb noch kein Belletristikprogramm und weil ich mit dem Manuskript auch gleich noch meinen Lebenslauf mitgeschickt hatte in dem die Station „Au-pair“ mit aufgeführt war, wurde ich erst mal aufgefordert, ein Buch über Au-pair-Geschichten zu schreibe

Weil ich Katastrophen magisch anziehe (mal größere, mal kleinere), passieren mir immer die merkwürdigsten Dinge und so hatte ich nachdem ich zwei Mal Glück mit meiner WG hatte und während meiner drei Jahre in Kiel jeweils mega nette Mitbewohnerinnen gehabt hatte, dann das ultimative Pech mit meiner Wohnung in Hamburg. Hier bin ich etwas übereilt und sehr naiv mit einem Mädel zusammengezogen, das ein nicht ganz unerhebliches Drogenproblem hatte. Als ich davon in meinem Freundes- und Bekanntenkreis erzählte, schien ich irgendwie nicht die Einzige mit so einem Erlebnis zu sein. So kam ich dann auf die Idee, weitere Geschichten zum Thema „WG“ zu sammeln…

Ja, ich gebe zu: Ich habe schon mal getindert. So wie wahrscheinlich 99% aller Singles, die nach 1980 geboren wurden (inklusive mein Tinder-Ex-Freund. Ist ja auch so schön unkompliziert, einfach vom Sofa aus sein nächstes Date klar zu machen – oder etwa nicht? Ich war mir da nach meinen Tinder-Dates nicht mehr so sicher. Manche davon waren echte Katastrophen, eines davon wurde zu einer Beziehung, die mich zu diesem Buch inspiriert hat.