Manchmal frage ich mich am Montagmorgen, was ich das ganze Wochenende über eigentlich gemacht habe. Nicht, weil ich wie vor zwei, drei Jahren noch, beide Abende 1 bis 2 Promille zu viel hatte, sondern, ganz im Gegenteil, das ganze Wochenende viel zu viel gemacht, erlebt, erledigt habe. Samstagmorgen ein langer Lauf mit Freunden, den ich wirklich über alles liebe, der aber nun mal auch seine 1,5 bis 2 Stunden dauert, danach zum Yoga mit meiner Lieblingsschwester, einkaufen, endlich mal meine Wohnung putzen, den Freund ins Café begleiten, Rudi bespaßen und dann hat man ja noch seine ganzen Freunde, die man unter der Woche nie zu sehen bekommt.

Das sind so viele Erlebnisse in so wenig Zeit, dass man am Montag mal eben gefühlte 5 Jahre gealtert ist. Und obwohl man eigentlich ganz genau weiß, man sollte die eine oder andere Sache besser sein lassen, um am Montag nicht komplett gerädert in die Woche zu starten (Stichwort: „Freizeitstress“ und so…), macht man doch Woche für Woche immer wieder denselben Fehler und versucht, in so wenig Zeit wie nötig so viel Leben wie nur möglich, zu packen.

Was einem aus dem Trott hilft? Urlaub! Und weil man davon ja meistens nicht ganz so viel hat und auch nicht immer so spontan ins Flugzeug hüpfen kann (schon gar nicht, wenn man einen Hund hat!), kann man den auch mal gern in der Heimat machen. Das dachte ich mir und habe mich +1 in das 25hours Hotel Hafencity Hamburg eingebucht.

Wer in der Stadt, in der er wohnt, ein Hotel besucht, muss sich erstmal mit amüsierten bis leicht abwertenden Blicken abfinden. Affäre oder Sextourist? So richtig weiß die Rezeption das nicht, aber solange man sich nicht sicher ist, kann man ja schon mal ’ne Runde haten.

Abgesehen davon fühlt man sich hier schon beim Reinkommen pudelwohl. Neben der Rezeption sind Souvenirs aufgebaut und wenn man reinkommt, hat man direkten Blick auf das Hotel-Restaurant „Heimat„, das auch von Nicht-Gästen besucht werden kann. Weil es dort ziemlich voll werden kann, habe ich uns vorsichtshalber einen Tisch für 21 Uhr reserviert.

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Vorher geht’s ab ins Zimmer, ach ne, „Koje“, die wir das ganze Wochenende nicht mehr verlassen werden. Das war die die Abmachung, sonst bringt so ein „Urlaub“ ja nichts. Hier ist alles ziemlich stylisch mit Amy Winehouse und Sailor Moon auf der Tapete und im Badezimmer gibt es die politisch korrekte „Stop the water while using me“-Seife. Bademäntel und Handtücher für die Dachterrassen-Sauna muss man sich von der Rezeption holen. Das sollte man auch unbedingt tun, denn oben erwartet einen ein herrlicher Ausblick auf die eigentlich so deprimierend verregnete Stadt. Ich muss dazu sagen, dass ich kein allzu großes Elbekind bin – mich zieht es immer viel eher zur Alster, zu Fuß, laufend, auf ein Bier in die Alsterperle, mit Rudi oder allein – aber der Ausblick von hier oben ist so phänomenal, dass ich das noch mal überdenken muss. Die Straßen vom SPIEGEL-Gebäude hinunter Richtung Altona sind das reinste Lichtermeer und man sitzt hier hinter seiner Verglasung so schön im Trockenen, dass man einfach nicht anders kann, als ein bisschen stolz auf Hamburg und noch ein bisschen verliebter in die Stadt zu sein.

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Wohl dem, der mit Badelatschen reist (ICH!).

Ein bisschen angesäuselt (wit haben uns zwischen den Saunagängen Bier und kein Wasser aus der Bar genommen…) geht es hinunter ins Restaurant. In der „Heimat“ gibt es , wie der Name schon sagt, regionale Gerichte und ziemlich gute Gin Tonics. Davon muss man dann auch mehr als nur einen trinken. Ist ja Urlaub. 🙂

Und im Urlaub stört einen ja bekanntlich auch der Kater am nächsten Tag nicht großartig. Schon gar nicht, wenn es so ein geniales Frühstück wie hier gibt. Ich bin normalerweise kein großer Fan von Rührei und Co. am Morgen, schon gar nicht, wenn ich es nicht selbst gemacht habe – einfach weil ich immer Angst habe, dass es aus der Tüte kommt. Hier haue ich aber richtig rein und esse mich einmal quer durch die Teller (am allerg**lsten finde ich tatsächlich das Rührei, dicht gefolgt von unfassbar frischen Franzbrötchen). Der Kaffee kommt vom Hamburger Elbgold und macht wieder fit.

Nach dem Frühstück sind wir so unglaublich vollgestopft, dass wir uns glatt noch mal für ein Stündchen auf das Bett legen müssen, aber das macht ja nichts: Wir haben ohnehin einen Late-Checkout gebucht und sollten wir in einen Stau geraten – so what?! Dann halten wir halt am Straßenrand und gehen zu Fuß nach Hause. Länger als eine halbe Stunde dürfte das kaum dauern – das ist ja das Schöne daran, wenn man Urlaub in der Heimat macht.

Peace out, wir sind raus.

Peace out, wir sind raus.