Ich war noch nie die größte „Zockerin“. Meine Mama war früher tendenziell immer gegen dieses ganze asiatische High-Tech-Spielzeug wie Tamagotchis, Game Boys und diese sprechenden Puppen, die anfangen zu reden, wenn man ihnen auf den Bauch drückt. So was gab’s für meine Schwester und mich nicht. Vielleicht liegt es daran, dass ich so richtig Lust hatte (weil verboten und so…), für eine Social-Media-Videoreihe der ‚Techniker Krankenkasse‚ den ICAROS der Hamburger ‚Kaifu Lodge‚ zu testen.

Die Techniker Krankenkasse zeigt in ihrer Videoreihe verschiedene Freizeitsportler, die neuartige Sportarten und -geräte in ihrer Stadt testen und so weniger aktive Menschen zum Sport motivieren sollen. In Hamburg wurden zum Beispiel Urban Yoga und Urban Heroes-Training ausprobiert. Für mich gab es eine Stunde mit dem ICAROS.

Bei dem ICAROS handelt es sich  um ein Game-Fitnessgerät, bei dem man mit einer Virtual Reality-Brille trainiert. (Für alle die so ein Ding noch nicht aufhatten: ist ähnlich wie ein 3D-Brille, nur schlimmer.) Das Gerät, auf dem man sich dabei aufstützt, simuliert ein Flugzeug und lässt sich mit dem eigenen Körpergewicht steuern. Man muss sich also immer wieder nach vorn beugen, Planks halten und drehen, sodass der ganze Körper trainiert wird – ganz nebenbei, während man spielt.

Von außen sieht das Gerät ziemlich spacig und abgefahren aus. Ein bisschen wie diese Flugsimulatoren damals als Kind im Hansapark. Dieser Eindruck täuscht aber – der ICAROS hat es ganz schön in sich und ja, das Training ist wirklich anstrengend, was ich echt nicht gedacht hätte.

Vor dem Training bekomme ich eine kurze Einweisung von Trainer Timo. Dann gibt’s auch schon die VR-Brille und es kann losgehen. Auf einem riesigen Bildschirm sehe ich eine virtuelle Landschaft, über die ich auf meinem ICAROS dahingleite. Dabei muss man Berggipfeln ausweichen und stößt immer wieder an den Abgrund. Vielleicht liegt es an meiner bereits erwähnten, mangelnden Erfahrung mit Game Boys, Nintendo und Co, aber so wirklich in Spielfluss gerate ich nicht. Alls zwei Sekunden stoße ich hinter den Bergen gegen das Ende der Spielwelt, hier ist die Erde nämlich tatsächlich eine Scheibe und weiter geht’s nicht.

Ist aber eigentlich auch egal, denn wirklich weit fortbewegen, muss man sich in der VR-Welt gar nicht, um zu trainieren. Über die Berglandschaft muss man schon genug hoch und runter steuern, was vollen Körpereinsatz erfordert.

Am ehesten erinnert eine Einheit auf dem VR-Gerät wohl an Functional Training. Core und Arme sind die ganze Zeit über angespannt, anders lässt sich das Gerät nicht lenken.

Ein bisschen störend finde ich, dass das Gerät in der Kauf Lodge direkt am Eingang steht, sodass man beim Training von allen hereinkommenden Fitnessstudiomitgliedern gesehen wird. Wen das aber nicht stört, ist das ICAROS aber auf jeden Fall eine spaßige Alternative zum sonstigen Ganzkörpertraining. Für mich ist es ein bisschen zu technisch. Ich kann schon nicht besonders gut Auto fahren, da halte ich es beim Sport lieber ganz simpel. Für Game-Freaks und Achterbahn-Fans ist der ICAROS aber ganz sicher eine tolle Erfahrung!